Es gibt etwas Lebensbejahendes darin, den Drang zu haben, etwas so zu meistern, dass man eine Sache wirklich gut beherrscht. Es hat nichts mit der Streberei zu tun, sondern dieses Streben nach einer Meisterschaft im Grunde genommen etwas Essenzielles, was das tägliche Leben ausmachen und es schöner machen kann. Solche wunderschöne Leidenschaft habe ich zum Glück in meinem Leben. Das sind meine Fremdsprachen. Ich strebe täglich danach, darin besser zu werden. Das ist wie eine Quelle unerschöpflicher Energie, die mir beim Gedanken an die Meisterschaft in meinen Fremdsprachen zugeliefert wird. Der Weg zur Meisterschaft ist allerdings steinig, aber es macht auch Spaß, Mißerfolge und Frustrationsmomente beim Fremdsprachenlernen zu haben, denn sie existieren im Grunde genommen nicht, wenn man am Ball bleibt. Wenn man hundertmal einen Fehler macht, wenn man hundertmal versucht, sich ein Wort einzuprägen, werden diese kleinen Mißerfolge sowieso zum besseren Sprachvermögen führen. Beim Lernen ist es so, man erleidet einen peinlichen Mißerfolg, lernt daraus und verbessert sich. Jeder Mißerfolg zählt sich als bessere Beherrschung eines bestimmten Aspektes aus. Es gibt nichts Katastrophales beim Lernen. Jeder Schritt ist ein Schritt nach vorne und das macht den Lernprozess so therapeutisch.