Gespräche mit Fremden
German

Gespräche mit Fremden

by

memories

Letzte Woche hatte ich eine zusätzliche Springstunde, weil eine meiner Dozent*innen krank war und ihre Unterrichtsstunde ausfiel. Es hätte sich nicht gelohnt, zu Hause zu kommen, also bin ich an meiner Unigebäude geblieben. Als ich da saß und gelesen habe, wurde ich von einem Studenten angesprochen, den ich nicht kenne. Er wollte wissen, woher ich meine Flaggenaufnäher gekriegt habe. Danach haben wir uns kurz unterhalten und das wäre es.

Das war eine angenehme Erfahrung. Sie hat mich auch an ein Gespräch, das ich vor ein paar Jahren hatte, erinnert. Dies war mir hingegen etwas peinlich, damals meine ich. Jetzt bin ich aber etwas stolz auf diese Erfahrung, weil sie ein Beweis dafür ist, dass ich meine Schüchternheit bewältigen kann.

Es war in Griechenland . Ich kam an den Tresen bei dem Schwimmbad, das ein Teil des Hotels, wo ich übernachtet habe, war. Ich wollte einen Typ ansprechen, den ich da an den vorherigen Tagen gesehen habe.

Ich sprach den Kellner an, sodass ich da nicht einfach unbeholfen dasitze und warte. Er war eine nette Person. Das Jahr davor übernachtete ich auch in diesem Hotel, also hat er mich schon vom Sehen gekannt. Das war auch ein kleines Hotel, also die Stimmung war ganz herzlich.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich andere Pläne und wollte nicht studieren. Irgendwie wurde das Thema des Studiums angesprochen. Der Kellner versuchte mich dringend dazu zu überzeugen, dass ich ein Studium doch mache. Ich war aber stur und blieb bei meinen damaligen Plänen und Meinungen fest. (Letztendlich haben sie sich doch geändert.)

Nach dem Gespräch bin ich zu meinem Raum zurückgegangen und habe nachgedacht, wie cringe oder lästig ich wirkte. Jetzt finde ich es nicht mehr peinlich, ich sehe, dass es etwas Normales war. Ich war es nur nicht gewohnt.

(Und nein, den Typ, den ich ansprechen wollte, habe ich letzten Endes nicht angesprochen. Das wäre aber wohl schon zu viel für mich gewesen.)

Headline image by clemono on Unsplash

3