In letzter Zeit frage ich mich oft, warum ich in anderen Sprachen immer etwas förmlich oder übertrieben höflich klinge. Selbst wenn ich locker sein möchte, schaffe ich es nicht ganz. Es fühlt sich an, als würde ich automatisch eine gewisse Distanz wahren.
Ich glaube, das hat viel mit meiner Vergangenheit zu tun. Als ich jünger war, wurde ich für meinen Dialekt – den Busan-Dialekt (부산 사투리) – und meine Art zu sprechen gemobbt. Man hat mir gesagt, ich würde „komisch“ klingen oder anders als die anderen. Irgendwann habe ich angefangen, sehr bewusst zu sprechen, vorsichtiger, kontrollierter, vielleicht auch neutraler.
Seitdem fällt es mir schwer, wirklich locker zu wirken. Ich denke immer darüber nach, wie meine Worte ankommen könnten. Vielleicht ist Höflichkeit für mich eine Art Schutzmechanismus geworden.
Manchmal frage ich mich, ob ich jemals einfach sprechen kann, ohne alles zu analysieren. Aber vielleicht ist das auch nur ein Teil von mir und nicht unbedingt etwas Negatives.
Es tut mir sehr leid, dass du für deinen Dialekt gemobbt worden bist. Ich kann sehr gut verstehen, dass du als Reaktion darauf versucht hast dich nur noch neutral und distanziert auszudrücken. Aber ich hoffe, dass du trotzdem irgendwann den Mut (und die richtigen Worte) findest dich so auszudrücken wie du wirklich bist.
Danke für deine lieben Worte, das bedeutet mir viel. Es war wohl wirklich eine Schutzreaktion, und ich glaube, ich brauche einfach noch etwas Zeit, um den Mut wiederzufinden, ganz ich selbst zu sein.