Beim Surfen durch die Webseite „Spektrum der Wissenschaft“ bin ich auf ein interessantes Interview mit dem Hirnforscher Joseph LeDoux gestoßen. Ich habe vor kurzem sein Buch gelesen und es war interessant, neben wissenschaftlichen Informationen auch ein paar persönliche Tatsachen aus seinem Leben zu erfahren. Die Familie von LeDoux ist nach den USA ausgewandert und betrieb dort eine Metzgerei. Beim Familienbetrieb hat Joseph LeDoux auch geholfen. Hier sah er das erste Mal das tierische Gehirn. LeDoux wusste, dass er weiter studieren wollte, und aus Familiengründen entschied er sich für Marketing. Später entstand auch sein Interesse für Psychologie, das ihn dazu führte, in einem Laboratorium an Rattengehirnen zu arbeiten. Später wurde er eingeladen, in einem Laboratorium mit Michael Gazzaniga zu arbeiten. Zusammen beschäftigten sie sich mit der Erforschung von Split-Brain-Patienten. Das sind Patienten, deren Verbindung zwischen zwei Hirnhemisphären operativ durchtrennt worden ist, um epileptische Anfälle zu verringern. Die Patienten bekamen tatsächlich die Erleichterung, aber die Operation verlief nicht ohne Nebeneffekte. Beim Beobachten dieser Patienten erfuhren die Wissenschaftler, dass diese Patienten zwei Bewusstseine haben. Zum Beispiel, wenn Fragen an eine linke Hirnhälfte gestellt wurden, antwortete sie, dass sie ein Architekt werden will, und die andere, rechte Hirnhälfte antwortete darauf, dass sie einen anderen Beruf ausüben will. Außerdem, als die rechte Hirnhälfte eines der Patienten darum gebeten wurde, aufzustehen und durch das Zimmer zu gehen, antwortete die linke Hirnhälfte, dass sie selbst aufgestanden ist, um einfach die Beine zu vertreten. Solche interessante Beobachtungen haben LeDoux und Gazzaniga gemacht.