Treibsand
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Treibsand

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Als ich ein Junge war, machte meine Großfamilie für ein Wochenende am Eriksen-See in den Sandhügeln Nebraskas Urlaub. Die Sandhügel sind kein weiter Weg vom Heimatdorf meines Vaters, also mussten die meisten erweiterten Familienmitglieder keine lange Reise machen, aber sie sind schon weit von Omaha entfernt, meiner Heimatstadt. Also kam meine Familie spät am Freitagabend an. Meiner Mutter schien der Zustand der Hütte, in der wir unterkamen, über alle Grenzen schmutzig, und wir reinigen das Badezimmer und die Küche bis spät in die Nacht hinein. 

Am nächsten Morgen, einem hitzigen Julimorgen, begleiteten meine Mutter und Tante uns Kinder zum Strand. Der See wurde in diesem Sommer ausgebaggert, und anstelle von einem großen mit Fischen wimmelnden landwirtschaftlichen Bewässerungsee mussten wir uns mit seltenen Pfützen und Töppeln unterhalten. Für uns Kleinkinder hieß das Kaulquappen fangen. An jenem Vormittag wateten wir den ganzen Vormittag je nach Körpergröße in waden- bis kniehohem Wasser. 

Eine Stunde verging, in der wir mit schlammigen, schlüpfrigen Händen viele Kaulquappen fingen. Plötzlich ließ sich ein Hilferuf hören. Wir rannten alle zu meiner Schwester, die gerade festgestellt hatte, dass die Bewegung ihrer Schenkel durch den Seeschlamm schwer gehemmt wurde. Wir staunten, dass sie fast bis hin zu den Oberschenkeln im Schlamm steckenblieb. Zuerst bemühten wir Kinder uns, dann strengte meine Mutter sich an, und schließlich versuchte meine Tante meine kleine Schwester aus dem Schlamm zu reißen, aber trotz aller Anstrengungen konnten wir das Mädchen nicht befreien. Es sank nur noch tiefer in den Schlamm hinein. 

Meine Tante forderte meine Cousine und mich auf, zu den Hütten schleunigst zu rennen und meinen Onkel zu holen. Der Bauer wäre bestimmt groß genug, meine Schwester rauszuholen. Wir rannten so schnell wir es nur konnten, sprangen über Zäune, überquerten alle Gärten, die sich zwischen dem See und den Hütten befanden, und gelangten an den Hütten, wo wir die Onkel wohl beim Bier ertappten. Außer Atem erklärten meine Cousine und ich ihnen, welche Gefahr meiner Schwester drohte. Wir Kinder meinten, es handelte sich um keinen üblichen Schlamm. Das Mädchen sänke vielmehr in gefährlichem Treibsand wie im Amazonasgebiet! Es gäbe keine Sekunde mehr zu verlieren, wenn wir sein Leben doch noch retten wollten! Zuerst glaubten die Onkel unseren Bericht einfach nicht. Sie wähnten, wir machten einfach einen Streich, es gäbe keinen Treibsand, oder er stellte zumindest keine echte Gefahr dar. Nach einer Ewigkeit überredeten wir die Männer, meiner Schwester zu retten. Die Onkel starteten den pickup, und meine Cousine und ich stiegen auf die Ladefläche. Mein Vater fuhr an den Strand.

Sobald wir anhielten, sprangen wir Kinder durch die Heckklappe heraus. Mein Vater und die anderen Onkel sammelten sich um die Pfütze herum, wo meine Schwester jämmerlich weinte. Während unserer Abwesenheit sank sie noch tiefer in den Schlamm hinein. Mit seinen breiten, bäuerlichen Händen fasste mein Onkel das Mädchen um die Taille und hob es mit einem Zug aus dem Schlamm heraus. Obwohl es gerade gerettet wurde, weinte es doch bitterlich, da seine Sandalen noch tief im ausgebaggerten Seeboden feststeckten. Mein Onkel kniete sich im Schlamm nieder und versuchte mit Unterarmen tief im Schlamm vergebens, sie rauszuziehen. Wenn die Schuhe nicht zerfallen sind, dann liegen sie auch noch heute unter dem Seeboden begraben. 

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